Zwischen Kunst und Gesellschaftskritik: Graffiti-Szene in Erfurt

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Erste Folge des Doku-Videoblogs „StreetLightsTV“ zur Straßenkultur Graffiti

Am 08. Mai 2008 startet der dokumentarische Videoblog zu Straßenkulturen in Deutschland, produziert von drei Studenten der TU Ilmenau. In der ersten Folge äußern sich drei Insider der Erfurter Graffiti-Szene zu ihren Erfahrungen, Wünschen und Träumen auf dem Dach des Besetzten Hauses. Der 15-minütige Videobeitrag wird auf der Internetseite www.StreetLightsTV.de ausgestrahlt.

Ilmenau/ Erfurt Einbrechende Dunkelheit, Kälte, vermummte Personen – so spielte sich das Interview mit den drei Graffiti-Malern im Dezember 2007 ab. Genau das wie auch der Interviewort passt aber zur Graffiti-Szene. Bewaffnet mit zwei Kameras machten sich die drei Studenten am 01. Dezember 2007 zunächst auf den Weg, das Erfurter Stadtbild mit seinem Flair und seiner Atmosphäre einzufangen. Abends gewährten ihnen die Graffiti-Künstler Einblicke in den Untergrund Erfurts. Die „Sprayer“ bewegen sich bei ihren nächtlichen Aktivitäten immer am Rande der Legalität, fast wie in einer Parallelgesellschaft. „Graffiti kommt nach Vergewaltigung und vor Mord“, so das Gefühl der Graffiti-Maler. Der Wunsch der Produzenten ist es, die Sichtweisen und Perspektiven derjenigen einer breiteren Öffentlichkeit zu eröffnen, die sich am Rand der Gesellschaft bewegen. Die Gründe für ihr Handeln sehen die drei „Sprayer“ auch in einer Kritik an der materiell ausgerichteten deutschen Gesellschaft und an ihrem Zwiespalt einer Szene anzugehören, die zum einen Modeimpulse setzt und zum anderen von der Bevölkerung an den Rand gedrängt wird. Eine sehenswerte Sendung ist entstanden, die auch für „Outsider“ der Szene interessant ist.

Das Projekt
Der Videoblog StreetLightsTV beschäftigt sich in Bild und Wort mit dem Thema „Straßenkulturen in Deutschland“. Quer durch die Bundesrepublik interviewt das studentische Team Menschen und Persönlichkeiten, die zum Stadtbild gehören, die die Straßenkultur prägen. In zwölf Großstädten werden die Sichtweisen und Perspektiven des Themas aufgedeckt: von Graffiti und Obdachlosigkeit über Jugendliche auf der Straße bis hin zu Sozialarbeitern und Straßenkünstlern. Die entstandenen Sendungen werden jeden Donnerstag auf der Internetseite www.StreetLightsTV.de ausgestrahlt.

Interaktives Programm
Um die Zuschauer an der Produktion und Programmgestaltung zu beteiligen, können diese über die letzten vier Städte abstimmen, die als nächstes behandelt und bereist werden. Vor allem die Potenziale des Web 2.0 ermöglichen hier eine Mitbestimmung des Publikums auf den Inhalt der Folgen. Außerdem können die Nutzer an diversen Spielen und Quiz‘ teilnehmen, bei denen es auch etwas zu gewinnen gibt – u. a. eine Begleitung des Teams als „Kamerakind“, um Einblicke in die Produktionsarbeit eines Videoblogs zu erlangen.